Montag, 10. Juni 2019

Culatra-Vila Real de Santo Antonio-Mazagon/Huelva-Rota

Montag, 03.06.2019
Culatra/Lagune - Vila Real de Santo Antonio
31,8 sm
gesamt 3.764,1 sm




Donnerstag, 06.06.2019
Vila Real de Santo Antonio - Mazagon
33,5 sm
gesamt 3.797,6 sm




Sonntag, 09.06.2019
Mazagon - Rota
40,7 sm
gesamt 3.838,3 sm



Segeln und Wetter
Der Wind weht zzt. meist aus NW bis SW.  Morgens ist er eher flau, im Laufe des Tages nimmt er zu auf 5 - 6 Bft. Wir starten öfters unter Motor, bevor sich der Wind durchsetzt und wir mit Backstagbrise oder achterlichem Wind segeln. Der Seewind ist deutlich kühler als der Landwind.   Zur kurzen Hose und T-Shirt ist ggf. eine Fliesjacke erforderlich. Die typische Atlantikdünung erreicht die Bucht von Cadiz kaum. Die Sonne strahlt von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang vom blauen Himmel. Wolken sind die absolute Ausnahme. Aufmerksamkeit erfordern die vielen schlecht bezeichneten Fischernezte. Häufg sind sie nur mit einem Kanister oder durchsichtigen Getränkeflaschen gekennzeichnet und dementsprechend schwer und spät zu erkennen. Insgesamt sind die Segeltage entlang der Algarve und der spanischen Atlantikküste bei diesen Bedingungen entspannt.

Florentine mit Kathrin und Peter
Blick ins Hinterland
Ausnahmsweise gut betonntes Sperrgebiet für  Fischzucht
Gemütliches Küstensegeln
Reede vor Huelva auf dem Plotter
Reede vor Huelva in der Realität
Großtonne zum Entladen von Tankern. Das Öl wird in
Unterwasserleitungen zu den Raffinerien an Land gepumpt.

Culatra
Sechs Tage ankern vor Culatra ist chillen pur. Die Ankergebiete sind gegen alle Windrichtungen gut geschützt. Die Tide ist kaum zu merken, da am Ankerplatz im Gegensatz zur Einfahrt kaum Strömung herrscht. Die Schiffe drehen sich am Anker in den Wind und wir liegen ruhig und geschützt. Bei Hochwasser verursachen nur die Wassertaxis und die Versorgungsboote für die Insel erheblichen Schwell, da deren Fahrer beim Außenborder nur die Vollgasstellung kennen. Bei Niedrigwasser fällt die Passage zwischen Olhao und Culatra trocken. Dann ist es herrlich ruhig. Am frühen Abend gehen wir regelmäßig vom Boot aus schwimmen. Mit der anbschließenden Süßwasserdusche spülen wir das Salz von der Haut und aus den Haaren - eine wunderbare Erfrischung nach heißen Tagen mit Temperaturen bis 30° und warmem Wind.

Mehrfach sind wir mit dem Schlauchboot vom Häwelmann aus auf die Insel gefahren. Der Häwelmann liegt so sicher am Anker, dass wir uns unbesorgt auf der Insel umsehen können. 

Wasserwirbel in der Einfahrt "Barra Nova".
Eintrag in der Seekarte: "dangerous passage".
Leuchtturm in Mar Santo,
Einfahrt in die Lagune Ria Formosa
Ferienhäuser in Mar Santo
Straße für Trecker und Fußgänger, Culatra ist autofrei
Culatra, überwiegend von Einheimischen bewohnt
Culatra
Überschwemmungsgebiet auf Culatra mit Dünengebiet
Sand, Sand, Sand

Ort Culatra.
Culatra 
Ankergebiet vor Culatra.
Dinghy, weit auf den Lagunenstrand getragen, damit es bei
Hochwasser nicht wegschwimmt.


Vila Real de Santo Antonio
Die Stadt wurde vom großen Erdbeben Mitte des 18. Jahhunderts zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte schachbrettartig mit rechtwinklig verlaufenden Straßen und bietet nicht viel. Der schönste Teil ist die Promenade entlang des Rio Guadiana, des Grenzflusses zwischen Portugal und Spanien. Nach den Ankertagen können wir uns hier gut versorgen. Der Hafen liegt in der Strömung des Flusses, Daher ist beim Manövrieren im Hafen zwischen den Pontons etwas Aufmerksamkeit geboten. 

Gebäude mit wechselvoller Nutzung: Markthalle, Polizeistation,
Verwaltung, Veranstaltungen.
Fußgängerzone
Fußgängerzone
Yachthafen im Flusslauf
Promenade
Promenade
 Am rechten Bildrand die Stadt Ayamonte, Spanien.
Prost!
Marktplatz
Schachbrettartig angelegte Straßen. Im Zentrum
gibt es fast nur  Einbahnstraßen.
Das schönste Gebäude, das Grand Hotel

Mazagon
Mazagon haben wir angelaufen, um einen Ausflug nach Huelva zu machen. Huelva hat keinen guten Yachthafen und liegt 7 sm flußaufwärts. Über Huelva folgt ein gesonderter Bericht. Der Yachthafen Mazagon liegt in der Flußmündung des Odiel. Der Ort ist ein reiner Wohn- und Ferienort mit attraktiven Stränden.

Yachthafen Mazagon, maximal zur Hälfte belegt
Die Hafengebäude sind noch nciht fertig
Hafenpromenade
Strand neben dem Yachthafen

Mittwoch, 5. Juni 2019

Häfen- und Hardstandwatching

Wir verbringen in Lagos Zeit mit unseren Segelfreunden Kathrin und Peter von der Florentine. Wir liegen in einer Fingerstegbox nebeneinander und schmieden Pläne. Ove und ich möchten so langsam wissen, wo unser Haewelmann bleibt, wenn wir im Winter wieder zu Hause sind. Wir folgen der Empfehlung von Britta und Jens von der SY Lili. Wir werden in einer Werft bei Faro, die sich auf Hardstands (Landliegeplätze) spezialisiert hat, aufslippen. Wir wollen mit einem Mietauto dorthin und uns interessehalber auf dem Weg dorthin noch weitere Yachthäfen zwischen Lagos und Olhao ansehen. Kathrin und Peter haben Lust uns zu begleiten.

Am 22.05. 2019 starten wir gegen 1100Uhr. Zuerst sehen wir uns den Hafen von Albufeira an. Ein in den Fels gesprengter Stichkanal führt in die Hafenanlage. Auffällig sind die buntgestrichenen Ferienanlagen rund um das Hafenbecken.


Weiter geht es mit dem Auto den Hügel hoch ins Zentrum der Altstadt. Wir sind überrascht wieviel Trubel hier herrscht. Es wimmelt von Touristen und es gibt Mengen von Geschäften und Restaurants und natürlich alles
 

Das Zentrum hat morbiden Charme, siehe 1.Stock der Häuserzeile


Oberhalb der Altstadt haben wir einen Blick auf den Strand und die Molen der Hafeneinfahrt von Albufeira.

Auf den ersten Blick ist alles nett anzusehen, aber zum längeren Verweilen laden Hafen und Ort, der auch weiter entfernt liegt, nicht ein.

Wir fahren weiter östlich und sind gespannt auf Vilamura. Die Sportbootanlage ist deutlich
größer und sehr modern. Hier herrscht Mittelmeer-Atmosphäre...



Hier passen die Luxusspielzeuge perfekt zusammen. Echt der Ha(u)mmer...


Noch ist es ganz beschaulich in dieser Marina, aber in der Hochsaison wird hier die Party abgehen und hier zu liegen wird bestimmt laut und doppelt bis dreimal so teuer sein wie jetzt in der Vorsaison.
Da freuen wir uns doch, dass wir in der schönen Marina Lagos mit dem netten Ambiente liegen.

Wir fahren weiter nach Faro. Faro liegt an einer wunderschönen Lagunenlandschaft und verfügt über einen Flugplatz von dem zeitweise Direktflüge nach Hamburg abgehen. Hier gibt es keine Sportbootmarina, aber einen guten Hardstandplatz, den wir bereits vor Wochen reserviert haben.


Ove inspeziert die Anlagen bei Hochwasser, denn bei Niedrigwasser würden wir hier nicht einlaufen können. Weiter draußen gibt es eine Fahrwassertonne mit der Nummer 23. Dort wird uns am Krantag ein Werftmitarbeiter erwarten, wenn es soweit ist, und uns zur Slippanlage ,,schleusen". Das wird spannend.


Eine wohl auch anderen Crews bekannte Segelyacht aus Wedel liegt hier bereits sicher und trocken. Man beachte die Abspanngurte!

Es wird immer heißer heute und so langsam bekommen wir Durst und Hunger. Also fahren wir durch Faro und an der herrlichen Lagune entlang nach Olhao. Hier befindet sich eine Marina mit einem deutschen Geschäftsführer. Wir wollen einige Tage vor dem Krantermin in Faro dort liegen und den Haewelmann für den Hardstand vorbereiten. Ein freundlicher Marinero erklärt uns die Bedingungen für eine Reservierung und nennt uns die Liegeplatzpreise in der Hochsaison. Leider gibt es zur Zeit noch keine Duschen an Land. Dafür sind aber Wasser und Strom im Preis mit enthalten. Auch hier werden wir wiederkommen.



Olhao ist ein hübscher gemütlicher Ort mit Atmosphäre. Hier suchen wir uns ein Fischrestaurant und lassen den abwechslungsreichen Tag ausklingen.

Sonntag, 2. Juni 2019

Lagos

Schon vor acht Monaten haben Ove und ich in Lissabon, in Oeiras liegend, diskutiert, ob wir von dort aus, also noch im September an die Algarve segeln sollten. Mir stand da noch die viertägige Überfahrt nach Porto Santo bevor und ich hatte gelesen, dass die beste Zeit zur Überfahrt im September und Oktober sein sollte. Da ich immer auf Nummer sicher gehe, wollte ich das erste beste Wetterfenster nutzen, das kommen würde. Denn man/ich weiß ja nie, ob so ein gutes noch einmal käme... Also ließen wir Mitte September 2018 den Wunsch an die Algarve zu segeln fallen und hofften, diese im nächsten Jahr auf unserer Rücktour noch anlaufen zu können. Dieser Plan ging auf und nun sind wir seit Mai 2019 hier.

Die Algarve ist so schön und abwechslungsreich und für SeglerInnen ein ,,Must have". Wir genießen die Vorsaison bewusst in vollen Zügen, verweilen hier lange und erfreuen uns an den freien Liegeplätzen in den Häfen, an der Ruhe, die dort herrscht, denn noch schweigen die Discotheken und nur wenige Schiffe sind bewohnt... Auch die Liegeplatzpreise sind moderat, die Waschmaschinen sind frei und die Orte sind noch nicht so stark überlaufen und die Bedienung in den Restaurants ist ausgesprochen freundlich und zuvorkommend. Das ist für uns, die immer in den Schulferien verreisen mussten, ein echter Genuss. Auch die Ankerbuchten sind noch nicht vollgepackt mit Segel- und Motoryachten. Die Dinghis und Jetskys, die Wassertaxen und Ausflugsboote für die Landtouristen fahren noch in angenehmer Zahl um einen herum und winken freundlich, während wir in deren Wellen schaukeln...

Die Algarve besteht aus zwei unterschiedlichen Landschaftstypen: der Felsalgarve - Barlavento und der Sandalgarve - Sotavento. Die Felsalgarve reicht von Faro bis Sagres, dem südwestlichsten Ort des europäischen Kontinents. In der Bezeichnung für diese Region steckt der portugiesische Begriff für Wind. Barlavento bedeutet frei übersetzt ,,die dem Wind zugewandte Seite". Dieser Wind und der Atlantik haben in dieser Region unglaublich bizarre Felsenstrukturen geschaffen, die bis zu 50m hoch sein können. Besonders schön sind die Spaziergänge auf Meeresspiegelhöhe bei Niedrigwasser, da  man dann durch die Felsen kilometerlang herum- oder hindurchwandern kann.


Auf den hohen Klippen gibt es gut angelegte Wanderwege von denen man eine wunderbare Weit- und Draufsicht auf die imposante Felsenküste hat. Die folgenden Fotos sind westlich von Lagos auf einem Spaziergang vom Hafen ausgehend entstanden.


Östlich vom Yachthafen in Lagos liegt ein herrlicher Sandstrand. Um diesen zu erreichen benötigen wir ca. 20 Minuten zu Fuß, vorbei am Hardstand und dem Lieblingsgeschäft von Ove...


Der Ort Lagos verfügt über eine schöne lange Uferpromenade, die zu einem Kastel führt, und eine Altstadt. Wir haben uns hier sehr wohlgefühlt und sind hier gern unterwegs.